Zum Anlass

40 Jahre SÄPT — Ein gemeinsamer Weg

Die Schweizerische Ärztegesellschaft für psycholytische Therapie (SÄPT) feiert ihr 40-jähriges Bestehen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1986 auf Initiative des Psychiaters und ersten Präsidenten der Gesellschaft, Dr. med. Peter Baumann, steht die SÄPT für Pioniergeist, fachliche Verantwortung und den kontinuierlichen Einsatz für eine fundierte, ethisch reflektierte psychedelische Psychotherapie.

Was vor vier Jahrzehnten aus dem Engagement weniger Überzeugter entstand, hat sich zu einer lebendigen Fachgesellschaft mit heute rund 260 Mitgliedern entwickelt.

Meilensteine

1986

Gründung

Gründung der SÄPT durch Dr. med. Peter Baumann als Schweizerische Ärztegesellschaft für psycholytische Therapie.

1988

Ausnahmebewilligungen

Fünf Therapeut:innen erhalten vom Bundesamt für Gesundheit Ausnahmebewilligungen für MDMA- und LSD-assistierte Psychotherapie.

1993

Über 1000 Sitzungen

Rund 170 Patient:innen haben an insgesamt über tausend ganztägigen Sitzungen teilgenommen.

2014

Renaissance

Das BAG erteilt erneut Ausnahmebewilligungen. Seither über 1000 Bewilligungen an rund 60 Therapeut:innen.

Heute

260 Mitglieder

Dreijährige Weiterbildung in psychedelischer Therapie. Workshops, Fortbildungen und Konferenzen.

Ein prägendes Kapitel unserer Geschichte war die Zeit zwischen 1988 und 1993. In diesen Jahren erhielten fünf Therapeutinnen und Therapeuten der SÄPT vom Bundesamt für Gesundheit eine Ausnahmebewilligung, um mit MDMA und LSD psychedelika-assistierte Psychotherapien in ihren Praxen durchzuführen. Rund 170 Patientinnen und Patienten nahmen in dieser Phase an insgesamt über tausend ganztägigen Sitzungen teil. Die überwiegend positiven Ergebnisse wurden später von Dr. med. Peter Gasser in einer Follow-up-Untersuchung beschrieben und bilden bis heute einen wichtigen Referenzpunkt unserer gemeinsamen Geschichte.

Nach einer langen Phase der Stagnation erlebte die Forschung zu psychoaktiven Substanzen international eine Renaissance, die auch für die SÄPT neue Impulse brachte. In diesem Kontext unterstützte unsere Gesellschaft unter anderem gemeinsam mit der Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies eine Studie zur MDMA-unterstützten Psychotherapie bei chronischer posttraumatischer Belastungsstörung sowie zwei Studien zur LSD-unterstützten Psychotherapie bei Menschen mit Angstsymptomatik im Zusammenhang mit lebensbedrohlichen Erkrankungen.

Seit 2014 erteilt das Bundesamt für Gesundheit erneut Ausnahmebewilligungen für psychedelika-assistierte Therapien. Seither wurden über 1000 solcher Bewilligungen an rund 60 Therapeutinnen und Therapeuten vergeben, überwiegend an Mitglieder unserer Fachgesellschaft. Die aktuellen Praxiserfahrungen und der Stand der Anwendung wurden kürzlich von der SÄPT in einem Übersichtsartikel zusammengefasst.

Heute bietet die SÄPT eine dreijährige, umfassende Weiterbildung in psychedelischer Therapie an, die sich an Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Forschende richtet. Ergänzt wird dieses Angebot durch Workshops, Fortbildungen, Konferenzen und Mitgliederversammlungen, welche den fachlichen Austausch und die Verbundenheit innerhalb unserer Gemeinschaft stärken. Darüber hinaus ist die SÄPT ein verlässlicher Ansprechpartner für Behörden und engagiert sich aktiv für die verantwortungsvolle Integration psychedelika-assistierter Therapieformen in das bestehende Gesundheitssystem.

40 Jahre SÄPT bedeuten 40 Jahre Engagement, Beharrlichkeit und gemeinsames Lernen, getragen von ihren Mitgliedern. Dieses Jubiläum ist Anlass, auf das Erreichte stolz zurückzublicken und zugleich mit Verantwortung, Neugier und Zuversicht den Weg in die Zukunft weiterzugehen.