Am Samstag, dem 30. Mai 2026, feierte die SÄPT ihr 40-jähriges Bestehen mit einem vielseitigen Jubiläumsanlass in der Walzhalle Basel. Mitglieder, Wegbegleiter:innen und befreundete Organisationen sowie Familienangehörige kamen zusammen, um vier Jahrzehnte gemeinsamer Arbeit, Entwicklung und Vernetzung zu würdigen.
Der Morgen

Beim Eintritt erhielten die Mitglieder die 40-Jahre-SÄPT Jubiläumsbroschüre – ein Magazin, das mehr als eine Chronik vergangener Jahrzehnte darstellt. Sie vermittelt auf eindrückliche Weise die Geschichte, die Werte und die Kraft der Gemeinschaft und macht sichtbar, wie sich die SÄPT über vier Jahrzehnte hinweg entwickelte und zugleich ihren zentralen Anliegen treu geblieben ist. Mit grosser Sorgfalt gestaltet und inhaltlich reichhaltig dokumentiert die Broschüre wichtige Meilensteine, prägende Persönlichkeiten und bedeutende Entwicklungen der Psychedelika-assistierten Therapie in der Schweiz. Persönliche Erinnerungen, historische Momente, Fotografien und reflektierende Beiträge verweben sich zu einem lebendigen Gesamtbild.
Ein herzliches Dankeschön an Manuela Brand und Thomas Conzett für ihr grosses Engagement des Konzipierens und Redigierens des Magazins und danke an alle, die sich mit ihrem Beitrag daran beteiligt haben!
Zudem erhielten die Teilnehmenden beim Eintritt eine Karte mit drei Fragen, welche über den Tag hinweg beantwortet und dem Orga-Team zurückgegeben werden konnten.
- 1) Wie kam ich zur SÄPT?
- 2) Wieso bin ich (immer noch) dabei?
- 3) Was ist mein Geburtstagswunsch für die SÄPT?
Auf diese Fragen kommen wir später wieder zurück…
Der Jubiläumstag begann am Vormittag mit der Begrüssung durch das Organisationsteam. Anschliessend fand die Mitgliederversammlung statt, an welcher bezeichnenderweise über die Namensänderung abgestimmt wurde. Der seit 40 Jahren bestehende Name «Schweizerische Ärztegesellschaft für Psycholytische Therapie, SÄPT» wurde mit einem Mehrheitsbeschluss in den neuen Namen “Schweizerische Gesellschaft für Psychedelika-assistierte Therapie” geändert, wobei die gut im Feld etablierte Abkürzung SÄPT bewusst beibehalten wurde. Glückwunsch zum neuen Namen, liebe SÄPT!
Die Versammlung unterstrich die Bedeutung der SÄPT als Verein, Fachgesellschaft und Netzwerk, das sich über Jahrzehnte durch Pioniergeist, Engagement, fachlichen Austausch und Freundschaft ausgezeichnet hat.

Die ausführlichen Berichte der verschiedenen Gremien der SÄPT boten einen eindrücklichen Einblick in den Umfang und die Vielfalt der Arbeiten und Angebote der SÄPT, von Mitgliedern für Mitglieder.

Anschließend wurde Constanze Weigle als Co‑Präsidentin verabschiedet. Sie hatte den Übergang der Präsidentschaft von Peter Gasser zu Felix Müller in einer neu geschaffenen Rolle als Co‑Präsidentin begleitet, um Kontinuität im Leitungswechsel zu gewährleisten und das Amt des Präsidenten zu entlasten. Wir danken Constanze sehr herzlich für ihre achtsame, umsichtige und stets herzliche Art, diese Rolle auszufüllen und damit Stabilität und Orientierung in dieser Phase zu geben. Constanze bleibt dem Vorstand weiter erhalten, bringt ihre Stärken vor allem in einer internen koordinierenden Rolle ein und ist dementsprechend weiterhin unter koordination@saept.ch erreichbar.
Nach gezielter Suche konnte die SÄPT mit Sonja Hilbrand eine würdige Nachfolgerin für die Co‑Präsidentschaft an der Seite von Felix Müller gewinnen: Bei der Mitgliederversammlung wurde sie einstimmig gewählt. Sie ist promovierte psychologische Psychotherapeutin mit Spezialisierung auf Körperpsychotherapie und Absolventin der 2. SÄPT‑Weiterbildung. Während ihrer bisherigen Tätigkeiten im Vorstand hat sie sich bereits in vielfältiger Weise engagiert und wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der SÄPT eingebracht. Mit grosser Umsicht und wertvoller Erfahrung hat sie Veränderungsprozesse angestossen, Projekte im Team umgesetzt und begleitet diese weiter. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit mit einem sympathischen, werteorientierten und für die SÄPT noch jungen Präsidentschaftstandem Sonja und Felix!


Nach dem offiziellen Teil trafen sich die Teilnehmenden zu einem gemeinsamen Mittagessen. Das reichhaltige Buffet bot Gelegenheit für persönliche Begegnungen, Gespräche und das Wiedersehen mit langjährigen Kolleginnen und Kollegen. Gleichzeitig stiessen weitere Gäste, Familienangehörige und Vertretende befreundeter Organisationen zur Feier hinzu.
Der Nachmittag
Der Nachmittag stand ganz im Zeichen des gemeinsamen Erlebens. Im Rahmen eines interaktiven Erlebnis-Laufs konnten die Besucherinnen und Besucher verschiedene Stationen entdecken. Diese beleuchteten die Geschichte der SÄPT, präsentierten prägende Persönlichkeiten und boten die Möglichkeit, sich mit vielfältigen Aspekten der Arbeit mit Psychedelika auseinanderzusetzen. Kreative Angebote wie ein Geruchslabor, Virtual-Reality-Erfahrungen, eine Imaginationsreise zum eigenen Tod oder Begegnung durch geleitetes eye-gazing luden dazu ein, bekannte Themen auf neue Weise zu erleben. Für Kinder wurde parallel eine Betreuung angeboten, sodass auch Familien aktiv am Jubiläumsprogramm teilnehmen konnten. Allerdings wurde diese Option nur wenig genutzt.


Jubiläums-Plenum

Zur Einleitung des Abends fand das Jubiläums-Plenum statt. Es kamen Vertreterinnen und Vertreter verschiedener SÄPT-Generationen zusammen: Helena Aicher, Sonja Hilbrand, Manuela Brand, Felix Müller, Peter Gasser und Juraj Styk. Morten Lietz moderierte das Plenum. In einem persönlichen und lebendigen Austausch reflektierten sie ihre unterschiedlichen Erfahrungen mit der Gesellschaft und ihrer Entwicklung über die vergangenen vier Jahrzehnte.

Im Zentrum standen die drei Leitfragen, welche die Teilnehmenden ebenfalls auf ihrer Fragekarte vom Morgen hatten: «Wie kam ich zur SÄPT?», «Wieso bin ich (immer noch) dabei?» und «Was ist mein Geburtstagswunsch für die SÄPT?». Die Antworten zeigten die Vielfalt der Wege, die zur SÄPT führten, und machten zugleich deutlich, was die Mitglieder über Generationen hinweg verbindet: das Interesse an der therapeutischen Arbeit mit Psychedelika, die Offenheit für neue Erfahrungen sowie die Wertschätzung eines vertrauensvollen fachlichen und menschlichen Austauschs.


Die Auswertung der uns retournierten Fragekarten der Teilnehmenden ergab folgende “Wortwolke”:

Und weil es so schön war, eure Antworten und Geburtstagswünsche zu lesen, hier ein paar ausgewählte Beispiele:
- “Die SÄPT vereinigt PAT-Kompetenz, Zusammensein mit Freunden, Weiterbildung, Gemeinschaft”
- “Ich wünsche der SÄPT, dass die Professionalisierung, die ich wichtig finde, uns nicht kühl werden lässt. Dass wir menschliche Werte hochhalten, pflegen und leben”
- “Ich wünsche der SÄPT, dass sich die Vision eines “liebevollen Walfisches” erfüllt”
- “Möge die SÄPT einen super starken Gleichgewichtssinn haben, um seiltanzend die Veränderungen der nächsten Jahre zu erleben, zu gestalten und dabei Herzenswärme zu verbreiten”
- “Ich wünsche der SÄPT, dass das Psychotherapeutische neben dem Pharmakologischen gleichberechtigt bleibt (oder wieder wird)”

Bei einem gemeinsamen Anstossen blickten die Anwesenden auf die Entwicklung der Gesellschaft zurück und richteten zugleich den Blick in die Zukunft. Abgerundet wurde dieser Programmpunkt mit eingespielten internationalen Video-Grussbotschaften anderer Pioniere und aktiven Fachpersonen, darunter z.B. Rick Doblin von MAPS und Bill Richards von der Johns Hopkins University. Besonderer Höhepunkt und Unterstreichung der globalen Vernetzung der SÄPT waren die Glückwünsche, welche Janis Phelps vom California Institute for Integral Studies und SÄPT Ehrenmitglied persönlich an die Gemeinschaft richtete.
Der Abend und die Party
Der Abend begann mit einem internationalen Streetfood-Dinner, das kulinarische Vielfalt und geselliges Beisammensein miteinander verband. Desserts und weitere Begegnungen rundeten den festlichen Teil des Programms ab.
Ab 21.30 Uhr öffnete schliesslich die Jubiläumsparty ihre Türen. Mit einem abwechslungsreichen musikalischen Programm, das von Melodic Techno bis Psytrance reichte, verwandelte sich die Walzhalle in einen lebendigen Begegnungs- und Tanzort. Die Feier dauerte bis in die frühen Morgenstunden und bildete bei Vollmond einen stimmungsvollen Abschluss eines besonderen Jubiläumstages.
Fazit
Das 40-Jahr-Jubiläum der SÄPT zeigte eindrücklich, wie stark die Gesellschaft von ihren Mitgliedern, persönlichem Engagement und ihrer gemeinsamen Geschichte getragen wird. Die Verbindung von fachlichem Austausch, gemeinsamer Erinnerung, Entwicklung zur Fachgesellschaft und festlichem Feiern machte den Anlass zu einem würdigen Meilenstein in der Geschichte der SÄPT.
